Manche mögen bei Kriminellen an kurzweilige Gangsterfilme denken, aber das Thema ist auch aus wissenschaftlicher Sicht hochinteressant.

Märkte funktionieren ohne Justiz. Kupferdiebe reagieren auf Preissignale. Drogenhändler verwalten globale Handels- und Finanzströme. Autodiebe reagieren auf die Modellnachfrage. Auf digitalen Handelsplattformen werden hunderte Drogensorten angeboten. Sind das nicht auch Unternehmer?

Wenn man Kriminelle als Unternehmer betrachtet, dann macht vieles Sinn. Dazu mag vielleicht auch passen, dass Obschonka, Andersson, Silbereisen & Sverke (2013) herausfanden, dass „rule-breaking behaviour“ in der Jugend dazu führt, dass man später eher eine unternehmerische Karriere einschlägt.

Ein häufig wiederkehrendes Thema auch in den eigenen Seminaren war organisiertes Verbrechen (OCG) und die gesamten Fragen, die hinter diesem Thema stecken. Ein paar Folien finden Sie hier.

Wenn Sie an Büchern insbesondere zum organisierten Verbrechen interessiert sind, dann gibt es einige Bücher, die empfehlenswerter als andere sind.

Codes of the Underworld: How Criminals Communicate: Diego Gambetta ist ein sehr lesenswertes Buch gelungen, das sich etwa die Frage stellt, wie zwei Kriminelle überhaupt kommunizieren können, wenn man Vertrauen nicht unbedingt voraussetzen kann.

The Russian Mafia: Private Protection in a New Market Economy: Federico Varese schreibt ein sehr kurzweiliges Buch zur Entwicklung der russischen Mafia nach dem Zerfall der Sowjetunion. Besonders spannend ist dabei der Zusammenhang zwischen Staat, Mafia und Gesellschaft.

Tage der Toten und Das Kartell: Im Bereich der eher breitenwirksamen Literatur sticht Don Winslow mit seinen zwei durchaus realistischen Thrillers hervor. Selten gelingt es einem Autor so gut, die Mechanismen eines Kartells oder einer mafiaähnlichen-Gruppierung nachzuzeichnen.